< Gute Aussichten für das Fössebad?!?
30.12.2013 00:00 Age: 4 yrs
By: roe

Wettkampf gegen die Zeit


Mit Spannung wurden die Ergebnisse der Wasserflächenanalyse erwartet. Sieben Jahre nach dem politischen Auftrag an die Verwaltung der Stadt Hannover, ein Jahr nach Auftragsvergabe an die Gutachter der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen und auch ein Jahr nach Präsentation des Gutachtens und des Sanierungs- und Betriebskonzeptes der gemeinnützigen Fössebad Betriebsgesellschaft für das Kombibad in Linden-Limmer.

Da stehen die Entscheidungsträger also nun, versorgt mit Datenmaterial, vor den Startblöcken des Beckenrandes. Die Tabellen mit Zahlen gefüllt, die nur nach eingängiger Beschäftigung von Kennern der verschiedenen Bäder eine Bewertung erlauben. Mal wurden in der Erhebung die in den letzten Jahren getätigten Investitionen in die aufgeführten Bäder mit hineingerechnet und ausgewiesen, mal nicht. Mal wurden Nutzergruppen hochgerechnet, mal auf den Besucher genau erfasst. Einen Lese-Beipackzettel für die Nicht-Schwimmbadexperten wurde nicht beigelegt, was schon an verschiedenen Stellen zu Fehlinterpretationen der Analyse geführt hat. Ein Großteil der dargestellten Parameter ist darauf ausgerichtet, die jeweiligen Baukörper und Grundstücke monetär zu bewerten. Das erwartete Fazit: Es liegt ein erheblicher Sanierungsstau vor. Sämtliche in dem Gutachten aufgeführten Maßnahmen zur Sanierung und Neuerbauung wurden nach der Energieeinsparverordnung 2009 hochgerechnet, auf Grundlage der bisherigen Raumkonzepte. Es ist jedoch unwirtschaftlich und in den meisten Fällen betrieblich und organisatorisch nicht sinnvoll so zu bauen, wie zu den Entstehungszeiten der Anlagen. Die Bezifferung der Sanierungs- oder Neubaukosten der Schwimmbäder sind in jedem Einzelfall eingehend und dezidiert für sich zu betrachten und nicht pauschal für bare Münze zu nehmen.

Der Schritt auf den Startblock und oder gar der Startpfiff zur Planung konkreter Maßnahmen bleibt nach Veröffentlichung der Analyse weiterhin aus. Auch ein dem Sanierungsstau angemessener Titel für den Haushalt 2014 wurde nicht eingestellt. Nun soll erst noch eine Bürgerbefragung zum Betrieb und Angebot der Bäder abgewartet werden. Es ist geplant, dass im Februar 2014 die Ergebnisse vorliegen - darauf folgend soll ein Konzept erarbeitet werden. Wer die politischen Prozesse kennt, weiß, dass dann noch einmal Zeit ins Land streicht, bis Haushaltsmittel eingestellt und Maßnahmen angeschoben sind. Aktuell wird vom frisch gewählten Oberbürgermeister die Spardebatte für 2015 angeschoben. Er stellt die Investitionen für Straßensanierung sowie den Ausbau von Kitas und Schulen an oberste Stelle - für alles weitere wird es dem Vernehmen nach eng. Die öffentliche Daseinsfürsorge bei der Bereitstellung von Schwimmbädern - zur Sicherstellung der Schwimmfähigkeit, die bei Kindern und jungen Erwachsenen schon jetzt rapide abgenommen hat und für die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung - wird seit über 20 Jahren zur Entlastung der Stadt mit einem herausragendem Kostendeckungsgrad durch die gemeinnützige Fössebad Betriebsgesellschaft sowie durch weitere Träger wie den SV Aegier oder die Waspo 98 wahrgenommen. Ermutigt, dass das vor einem Jahr vorgelegte solide Konzept für den Betrieb des Fössebades in die Entwicklung der Bäderlandschaft einfließt, ist sie in herausragender Weise in Vorleistung getreten und wird seit dem immer wieder auf die Wartebank geschickt.

Was wir jetzt dringend brauchen, ist ein deutliches Zeichen der Schulen, der Vereine und der Bürgerinnen und Bürger sowie endlich einen politischen Entschluss, die Bädersituation in Hannover zu verbessern und jeden Standort zügig zu sichern!